Tat twam Asi

„Tat twam Asi“ bedeutet so viel, wie „das bist Du“. „Asi“ hat die Bedeutung von „du“. „Tat“ beschreibt das Wort „das“ und „twam“ bedeutet in etwa „du“. „Tat twam Asi“ ist eines der bedeudeutsten Lehrsätze und gehört zu den sogenannten 4 großen Mahavakyas aus den Upanishaden. In Summe soll „Tat tam Asi“ ausdrücken, dass man unendlich, ewig, absolut ist.

Bedeutung von Tat Twam Asi

Die eigentliche Bedeutung von „Tat Twam Asi“ besagt, dass die reale, absolute Wirklichkeit die Symbiose von dem ist, das ein Individuum wirklich ist. Das eigene Selbst in seinem wirklichen Zustand, kann nur ganz oder teilweise identifiziert bzw. wahrgenommen werden. Das Selbst wird hierbei mit der ultimativen Wirklichkeit sowie dem Ursprung von allem gleichgesetzt. Das „Tat Twam Asi“ ist in einer Art Dialog verfasst. Es erscheint so als ob eine Person mit einer anderen in einem direkten Dialog spricht. Die Person, die den Dialog moderiert hat hier die Funktion des Lehrers inne. Die Person zu der gesprochen wird, erscheint in der Funktion des Schülers. Der lehrhafte Lehrer spricht direkt zu seinem zuhörenden Schüler und erklärt ihm alle Mahavakyas. Im Anschluss denkt der Schüler dann über die Inhalte nach, über den Sinn, über die Bedeutung, über die Einheit, die man Brahman nennt. Brahman tritt hier in der Form der Einheit auf. Dieses entspricht der tiefsten Ebene des eigenen Seins.
Eine Grundannahme ist, dass weltliche Personen ihre Rolle in der sie sich befinden akzeptieren und sich mit dieser Rolle auch identifizieren. Gemeint ist hierbei die Funktion in der Arbeitswelt oder die Position als Mutter bzw. als Vater. An einer Stelle im Leben eines Menschen glaubt dieser Mensch, dass er dann diesen Charakter entsprechend auch übernommen hat, identifiziert sich mit seiner Funktion und geht auch davon aus, dass er diese Person ist und darstellt. Dieser Mensch vergisst im Zuge dessen seine wahre Natur und vor allem seinen wahren Charakter inklusive seiner wirklichen Identität. Der laienhafte Mensch kommt hierbei der Gesamtheit seiner Verpflichtungen nach und geht davon aus, dass er seiner Identität getreu lebt, ungeahnt dessen, dass er seine wahre Identität und sein wahres Ich verloren hat.

Der sogenannte Mahavakya „Tat Twam Asi lässt nun infolge seiner Lehren die weltliche Person wissen, dass es sich hierbei lediglich nur um seine relative Identitäten handelt. Die Menschen erkennen hierbei, dass die weltlichen Pflichten natürlich erledigt werden müssen und jeder in diesem Konstrukt funktionieren muss, jedoch haben sie wieder ein Bewusstsein dafür, wer sie wirklich sind und was sie wirklich wollen. Sie sind ab diesen Punkt in ihrer Verwirklichung freier und identifizieren sich auf eine andere Art und Weise mit ihren weltlichen Rollen. Es ist nun für das Individuum einfacher jemanden liebend zu dienen, ganz unabhängig, wie seine eigentliche Identifikation ist.

Der Yogi spricht in diesem Rahmen eines Selbstgespräches das Tat Twam Asi – Mahavakya. Er vollzieht das in einer ruhigen nach innen gerichteten Art und Weise zu seinem eigenen Herzzentrum. Der Yogi kommuniziert zu sich selbst „Das ist, was du bist!“. Hierbei deutet er mit seinem Zeigefinder sogar auf sich selbst. Er richtet den Zeigefinder auf seine Brust. Dort erfährt er sein eigentliches Ich. Er ruft sich so das Brahman in Erinnerung, was ihn ausmacht, seine Einheit. In diesem Prozess, lässt auch er die Gesamtheit seiner falschen Identifikationen los. Hierbei erkennt er, dass diese falschen Identifikationen ihn nur zeitweise und vor allem auch nur relativ ausmachen.

Der Yogi sollte hierbei seinen inneren Gefühlen erlauben zu bestehen und zu verstehen. Er sollte vielmehr die spirituelle Natur verwirklichen, als der Oberflächlichkeit zu frönen.

Die Spiritualität Tat Twam Asi

Menschen, die sich auf den Weg der Spiritualität machen durchleben durchaus verschiedene Phasen. Erst wenn jemand die eigentlichen Grundlagen des geistigen Weges auch verstanden und für sich verinnerlicht hat, kann er seinen spirituellen Weg aufnehmen. Die ersten Jahre erscheinen recht einfach. Die inneren Eindrücke und auch die inneren Erkenntnisse sind neu und stiften einen immensen spirituellen und emotionalen Mehrwert. Erst nach vielen Jahren kommen Ablenkungen und die Gefahr von dem spirituellen Weg abgebracht zu werden hinzu. Das Leben dauerhaft und kontinuierlich nach den spirituellen Grundsätzen und Prinzipien auszurichten, kann durchaus herausfordernd sein. Man muss sich hierbei immer wieder sein wirkliches spirituelles Ich ins Gedächtnis rufen, um nicht vom Wege abzukommen.

Tat twam Asi ist eines der 4 Mahavakyas

Die Grundaussage hierbei ist, dass Gott und das eigene Selbst als Symbiose zu sehen sind. Man kann es nicht unabhängig voneinander sehen. Es umfasst den inneren Wesenskern. Das Statement „Tat twam Asi“ ist den 4 großen Lehrsätzen namens „Mahavakya“ aus den Upanishaden zuzuordnen. Diese 4 Aussprüche gelten als Essenz der vollständigen Lehre der Upanishaden. Es gibt zahlreiche Vedanta Schulen, die die Lehre der Uphanishaden verschieden interpretieren. Grundsätzlich haben sie hierbei die gleiche Wahrheit. Die 4 unterschiedlichen Mahavakyas sagen auf den ersten Blick etwas Identisches aus. Es gibt jedoch eine Reihe von ganz vereinzelten philosophischen Unterschieden untereinander. Diese existierenden Feinheiten erkennt man im Regelfall jedoch erst in der Mediation.