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Spirulina – Wirkung, Einsatzgebiet, Erfahrungen, Abnehmen

Die Wunderalge Spirulina
Spirulina - kleine blaugrüne Wunderalge?

Die vermeintliche Wunderalge Spirulina wird von vielen Freunden alternativer Medizin geradezu gefeiert. In diesen Kreisen ist von verlangsamten Alterungsprozessen, einer gestärkten Abwehr und womöglich sogar von einer Krebsvorsorge mittels Spirulina die Rede. Doch was ist wirklich dran? Kann das gehypte Superfood das alles leisten? Macht es einen Unterschied, ob Du die Algen als Pulver oder Tablette zu Dir nimmst? Und inwiefern kann Dir Spirulina beim Abnehmen helfen? Wir haben genau hingeschaut und machen Dich jetzt mit den potentiellen Gesundheitsvorteilen dieses Nahrungsergänzungsmittels vertraut.

Was ist Spirulina?

Auch wenn Spirulina geheimhin als Alge bezeichnet wird, handelt es sich dabei eigentlich um eine Bakteriengattung. Es sind die sogenannten Cyanobakterien gemeint. Dir ist Spirulina hingegen vielleicht schon als Blaualge begegnet. Es gibt 35 verschiedene Arten dieser Bakterien, wobei sich die konkrete Gestalt der Bakterien immer dann ändert, wenn es auch der pH-Wert sowie die Nährstoffkonzentration des Wassers tun. Sowohl in Süßwasser als auch in alkalischen Salzseen, deren pH-Wert sich auf 9 bis 11 beläuft, ist Spirulina zu finden. Tropische sowie subtropische Gewässer, die sehr salzig sind, haben die Bakterien am liebsten. In freier Natur ist Spirulina vor allem in diesen Regionen der Welt anzutreffen:

  • Australien
  • Südostasien
  • Afrika
  • Mittelamerika

So wird Spirulina kultiviert

Spirulina kommt in Europa demnach nicht natürlich vor. Allerdings lassen sich die Blaualgen auch kultivieren. Dies ist sowohl mittels offener als auch mit Hilfe von geschlossenen Aquakulturen möglich. Die Wassertemperatur darf dabei bis zu 37 Grad betragen. Damit Spirulina gut wachsen und gedeihen kann, kommt es vor allem darauf an, dass möglichst viel CO2 in dem Wasser zu finden ist. Während Kohlenstoffdioxid auch über die Luft in das Wasser der Aquakulturen gelangen kann, ist dies meist nicht ausreichend. Zusätzlich muss noch CO2 aus anderen Quellen hinzugegeben werden.

Dieses Vorgehen geht gleich mit zwei handfesten Vorteilen einher. Denn Spirulina kann mit mehr CO2 einfach besser und schneller wachsen. Darüber hinaus produzieren die Bakterien so auch mehr Sauerstoff. Um die Algen nun zu ernten und sie zum Beispiel zu Nahrungsergänzungsmitteln weiterzuverarbeiten, wird ein spezieller Filter benötigt. Alternativ kann das Wasser mit den Algen auch durch eine Durchlaufzentrifuge geleitet werden. So werden das Wasser und die Algen voneinander getrennt. Dann kommen Heißluft oder Sonnenlicht zum Einsatz, um die Spirulina-Masse zu trocknen. Anschließend kann diese Biomasse wie folgt weiterverarbeitet werden. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass der Trocknungsprozess komplett abgeschlossen sein muss, damit die Algen auch haltbar sind.

  • Zu Tabletten pressen
  • Pulverisiert – zum Beispiel als Pulver in einem gesunden Smoothie zu verwenden
  • Als Pulver in Kapseln einfüllen zur Einnahme als Nahrungsergänzungsmittel

Die Inhaltsstoffe von Spirulina

Sobald die Spirulina-Biomasse ausreichend getrocknet ist, setzt sich das Nahrungsergänzungsmittel in seiner reinen Form meist aus den folgenden Inhaltsstoffen zusammen:

  • 60 bis 70 Prozent Proteine
  • 20 Prozent Kohlenhydrate
  • 5,5 Prozent Mineralstoffe
  • 4 Prozent Fette

Diese hohe Vitalstoffkonzentration ist eine der Hauptgründe, warum viele Gesundheitsjunkies auf die Einnahme von Spirulina schwören. Ein großer Vorteil der Proteinzusammenstellung besteht schließlich darin, dass alle essentiellen Aminosäuren in Spirulina zu finden sind. Beta-Carotin, was als Vorstufe der Vitamine A, B und E gilt, ist in der Alge ebenso zu finden. Gleiches gilt für Magnesium, Calcium und Eisen. Auch diese lebenswichtigen Nährstoffe hat Spirulina in einer vergleichsweise hohen Konzentration zu bieten. Auch wenn Spirulina extrem reich an Proteinen ist, gilt es zu bedenken, dass die Einnahme des Pulvers oder der Tabletten immer nur in einer recht kleinen Dosis erfolgt. Du kannst also davon ausgehen, dass sich dies nicht signifikant auf die von Dir verzehrte Proteinmenge auswirkt.

Vielfältige Einsatzgebiete für Spirulina

Jahr für Jahr sind es gut 3.000 Tonnen der Spirulina-Rohmasse, die zu Nahrungsergänzungsmitteln weiterverarbeitet werden. Dabei kann die Alge nicht nur als Pulver oder Tabletten eingenommen werden. In vielen Bio-Lebensmitteln wie Nudeln, Getränkepulver oder Fruchtriegeln kommt Spirulina ebenso vor. In den folgenden Bereichen ist die Alge ebenso im Einsatz:

  • Katzenfutter
  • Fischfutter
  • Als Biokatalysator im Bereich der Biotechnik und Biotechnologie

Mögliche Gesundheitsvorteile von Spirulina

Im Jahr 1974 hat die WHO, die Weltgesundheitsorganisation, Spirulina als „bestes Nahrungsmittel der Zukunft“ deklariert. Auch die Vereinten Nationen haben sich dieser Einschätzung angeschlossen. Immerhin wurde von der UN eine Organisation namens IIMSAM ins Leben gerufen. Sich beschäftigt sich mit dem Anbau der Alge, um so Unterernährung und Hunger in einigen der ärmsten Regionen der Welt auch mit Spirulina bekämpfen zu können. In der Alternativmedizin sind es hingegen vor allem die potentiell heilbringenden Effekt bei diesen Krankheitsbildern, die man Spirulina nachsagt und weshalb die Alge so geschätzt wird:

  • Krebs
  • Allergien
  • Verschiedene Viren
  • Schwermetallentgiftung

Ebenso wird vermutet, dass Spirulina dazu in der Lage ist, die Cholesterin-Konzentration des Bluts abzusenken. Allerdings solltest Du wissen, dass verwertbare Studienergebnisse mit einer großen Aussagekraft zu diesen potentiellen Gesundheitsvorteilen bisher nicht vorliegen. Vermutet wird außerdem, dass Spirulina dabei hilft, das natürliche Immunsystem anzukurbeln. In der Türkei wurde daher eine Studie durchgeführt, die vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung von Schnupfen als allergische Reaktion aufzeigen konnte.

Somit kann Spirulina womöglich auch den Selbstheilungskräften Deines Körpers auf die Sprünge helfen. Es gibt sogar ältere Studien, die erforscht haben, ob ein wirksamer Schutz vor dem AIDS-Virus mit Spirulina möglich ist. Noch dazu soll sich die Alge entzündungshemmend auf Deinen Körper auswirken. Chlorophyll ist in den Blaualgen noch dazu reichlich zu finden.

Da dieser Wirkstoff dem körpereigenen Hämoglobin sehr ähnlich ist, kannst Du davon ebenso profitieren. Denn es ist auch das Chlorophyll, auf das die vermeintlich antikarzinogene Wirkung zurückzuführen ist. Eine verbesserte Gehirnleistung und verlangsamte Alterungsprozesse sind zwei der möglichen weiteren Gründe, warum sich viele Menschen für Spirulina interessieren.

Bessere Immunabwehr mit Spirulina
Dein Immunsystem mit Spirulina stärken

Einnahme von Spirulina

Wenn Du Spirulina aufgrund der vermeintlichen Gesundheitsvorteile nun ebenso zu Dir nehmen willst, kannst Du dies ganz leicht in Tabletten oder Pulverform tun. Die Darreichungsform ist dabei völlig irrelevant, da die Spirulina-Algen in jedem Fall getrocknet und erst zu einem Pulver verarbeitet werden, bevor Du sie dann als Nahrungsergänzungsmittel kaufen kannst. Spirulina kannst Du im Übrigen täglich einnehmen. Ein Blick auf die Verpackung oder den Beipackzettel Deines Nahrungsergänzungsmittels verrät Dir die jeweils empfohlene Dosis.

Darüber hinaus solltest Du auf eine möglichst hohe (Bio-) Qualität der Spirulina-Präparate achten. Während außer leichten Blähungen in der ersten Woche der Einnahme keine nennenswerten Nebenwirkungen bekannt sind, gab es in der Vergangenheit bereits den einen oder anderen Skandal bezüglich möglicher Verunreinigungen. Immerhin kannst Du Spirulina nicht in seiner Reinform konsumieren. Vielmehr werden die Algen von Chemiekonzernen synthetisch weiterverarbeitet. Daher solltest Du unbedingt auf einen Anbieter setzen, bei dem Du Dir sicher bist, dass er Dein Vertrauen verdient hat.

Dosierungsvorschlag

3 bis 4 Gramm reichen meist schon aus, um ein mögliches Nährstoffdefizit Deines Körpers auszugleichen. Zu der Konzentration der meisten Spirulina-Nahrungsergänzungsmittel solltest Du folgendes wissen:

  • Circa 500 mg Spirulina je Pressling (Tabletten) = tägliche Dosis von bis zu 8 Tabletten/ Presslingen
  • Meist 400 mg Pulver Spirulina je Kapsel = Tagesdosis von bis zu 10 Kapseln
  • Pulver frei dosierbar

Solltest Du bereits an einer Erkrankung leiden, bei der Du Dir Linderung von Spirulina versprichst, dann gehen manche Gesundheitsjunkies sogar zu einer deutlich höheren Tagesdosis über. Bis zu 10 Gramm Spirulina pro Tag sind denkbar. Wir raten Dir allerdings dazu, die Dosis langsam zu steigern und zunächst mit einer Menge von 4 Gramm am Tag anzufangen. Wichtig: Sofern Du blutverdünnende Medikamente zu Dir nimmst, solltest Du vor der Einnahme von Spirulina unbedingt Rücksprache mit Deinem Arzt halten. Sonst kann es womöglich zu Problemen kommen. Während einer Schwangerschaft, während der Stillzeit und bei Gicht ist Spirulina besser zu meiden.

Wenn Du nicht zu einer der Risikogruppen gehörst und Spirulina als Pulver einnehmen möchtest, solltest Du wissen, dass 10 g Spirulina ungefähr mit 2 Teelöffeln (gehäuft) des Pulvers gleichzusetzen sind. Mittels eines Shakers und der folgenden Flüssigkeiten kannst Du Deinen Spirulina-Drink schnell selbst zuhause anrühren:

    • Wasser
    • Fruchsaft ohne zusätzlichen Zucker
    • Eine Milch auf pflanzlicher Basis – zum Beispiel Hafer, Reis oder Mandeln

Um Deinen Körper mit noch mehr geballten Nährstoffen zu versorgen, kannst Du die Alge auch zu Deinem grünen Smoothie hinzufügen. Deine Smoothies bereitest Du am besten immer frisch vor, da der Vitalstoffgehalt dann am höchsten ist.

Abnehmen mit Spirulina

Wenn Du unseren Ausführungen bis jetzt gefolgt bist, fragst Du Dich womöglich, ob Du Spirulina nicht auch zum Abnehmen verwenden kannst. Schließlich wollen wir Dir möglichst viele Tipps und Tricks für einen leichten Gewichtsverlust mit auf den Weg geben. Inwiefern kann sich Spirulina also positiv auf Deine Figur auswirken? Zunächst einmal möchten wir festhalten, dass eine möglichst optimale Nährstoffversorgung Deines Körpers gerade dann, wenn Du abnehmen willst, zu empfehlen ist. Denn die verschiedenen Vitalstoffe sind die Bausteine dafür, dass die natürlichen Vorgänge in Deinem Körper möglichst gut funktionieren können. Dies wirkt sich auch auf die Fettverbrennung positiv aus. Dementsprechend kann Spirulina sich vor allem indirekt positiv auf Deine Figur auswirken, indem diese Prozesse gefördert werden.

Darüber hinaus sagt man der Alge nach, dass sie zu einem verminderten Hungergefühl beitragen könne. Dies ist insofern von Vorteil, dass weniger Hunger (und Heißhunger) wahrscheinlich bedeutet, dass Du weniger essen wirst. Je weniger Du isst, desto weniger Kalorien nimmst Du zu Dir. Das steigert Dein Kaloriendefizit entsprechend, was sich als Gewichtsverlust auf der Waage bemerkbar machen wird. Allerdings sollte an dieser Stelle erneut gesagt sein, dass es auch zu dieser Wirkung noch nicht genügend Studien gibt. Es scheint jedoch so, als ob gerade Menschen, die stark übergewichtig sind, von diesem Effekt besonders profitieren könnten. Wir empfehlen Dir daher, Spirulina am besten morgens oder mittags zu Dir zu nehmen, wenn Du die Alge als Unterstützung bei Deiner Diät einnehmen willst.

Fazit

Spirulina kann in der Tat mit einem besonders hohen Nährstoffgehalt punkten. Welche konkreten Gesundheitsvorteile sich daraus für die blaugrüne Alge ergeben, lässt sich jedoch nur vermuten. Denn wenngleich viele Anwender bereits von ihren positiven Erfahrungen berichten, ist die Zahl der wissenschaftlichen Studien noch gering. Lediglich die immunfördernde Wirkung, die zum Beispiel für Allergiker von Vorteil ist, scheint erwiesen. Allerdings gibt es auch böse Zungen, die meinen, dass der Verzehr von Spirulina hierzulande nicht notwendig sei. Immerhin sind die Menschen hierzulande meist nicht von einer Mangel- oder Unterernährung betroffen, wie dies in vielen ärmeren Regionen der Welt der Fall ist.

Nichts desto trotz könnten Vegetarier und Veganer, die besonders auf eine ausreichende Nährstoffversorgung bedacht sein müssen, womöglich von der Einnahme der Spirulina-Algen profitieren. Auch Deinen Gewichtsverlust kannst Du durch eine möglichst optimale Nährstoffversorgung vorantreiben. Da Spirulina mit wenig bis keinen Nebenwirkungen in Zusammenhang gebracht wird, können die meisten Menschen einen Selbstversuch bedenkenlos wagen. Dann wirst Du womöglich schnell feststellen, wie gut Spirulina Deinem Körper und Wohlbefinden tut. Wenn Du erfolgreich abnehmen willst, wird die Einnahme von Spirulina-Präparaten für mindestens zwei Monate empfohlen.

Weitere Informationen:
https://www.fitforfun.de/abnehmen/spirulina-nahrungsmittel-der-zukunft-171105.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Spirulina

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